08.08.2018

Abtreibung – und dann?

„Wieso erfährt man eigentlich in den Medien oder von Politikern so wenig darüber, was für eine Belastung eine Abtreibung für Frauen und Männer ist? Warum kommen eigentlich fast nur die Befürworter zu Wort?“ Diese Fragen von Eugenia Eberle nahm ideaSpektrum in seiner Nummer vom 25. Juli 2018 auf. Die Folgen der Abtreibung werden auch Thema des 9. Marsch fürs Läbe vom 15. September in Bern sein.

Eugenia Eberle (30) hat zweimal abgetrieben. Vater eines der beiden Kinder ist ihr jetziger Ehemann Paul (31). „Die Abtreibungen hätten ihr Leben zerstört – wenn Gott nicht ein Wunder getan hätte“, schreibt Daniela Städter nach einem Gespräch mit diesem Paar in ideaSpektrum. Eugenia: „Ohne den Glauben an Jesus wären wir nie aus der Krise herausgekommen. Er hat unser Leben komplett verändert.“

Der lange Weg

Wenige Tage nach der Abtreibung ihres gemeinsamen Kindes hatte Eugenia ihre Beziehung zu Paul abgebrochen. Nebst seiner Liebe zu Eugenia steigen in ihm Gefühle des Hasses auf: „Das wird nie wieder eine Frau mit mir machen“, schwört er sich. „Nie wieder lasse ich mich so verletzen.“ Heute sagt immer noch mit Emotionen er zu jenem Ereignis: „Es war auch mein Kind, das da getötet wurde. Und ich hatte nichts mitzureden.“ Er stürzt sich in übermässigen Alkoholkonsum, sie sich in wechselnde Beziehungen.

Durch eine Freundin beginnt sie jedoch nach einiger Zeit, sich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Im Rahmen dieses Schrittes schreibt sie nach drei Jahren einen Brief an Paul, was der Anfang eines Neuanfangs unter neuen Vorzeichen wird. Durch den gemeinsamen Besuch des Seminars „Wege zum Schattenkind“ der Münsteraner Psychotherapeutin Angelika Pokropp-Hippen machen sie weitere Schritte, die ihnen helfen.

Ursache verschwiegen

Die beiden haben aber auch ältere Frauen kennengelernt, die jahrzehntelang nicht an ihre Abtreibungen gedacht haben –bis alles ganz plötzlich mit viel Emotionen hochkam. Angelika Pokropp-Hippen sagt dazu in einem Interview in der gleichen Nummer von ideaSpektrum: „Bei einigen treten Symptome direkt nach der Abtreibung auf, bei anderen erst Jahre später, etwa wenn sie erneut schwanger werden. Viele Frauen leiden an einer Mischung aus Schuld, Scham und Sehnsucht. Es gibt auch Frauen, die jahrelang erfolglos psychotherapeutisch behandelt wurden – weil in der Therapie gar nicht über die Abtreibung als Ursache der Erkrankung gesprochen wurde. Viele Ärzte kennen die Folgeerkrankung ‚Post Abortion Syndrome‘ (PAS) nicht oder nehmen sie nicht ernst.“

Quelle: ideaSpektrum 30/31.2018, Seiten 24-27 (Artikel lesen)