22.01.2019

Aussortiert – Asiens unerwünschte Töchter

Mit der DOK-Sendung über die systematische Abtreibung von Mädchen hat SRF Doku am 17. Januar 2019 ein weitgehend tabuisiertes Thema zur Sprache gebracht. Der Dokumentarfilm zeigt Zusammenhänge auf und präsentiert Fakten, die bislang kaum im Fokus der Öffentlichkeit standen: Rund 60 Prozent der UN-Hilfsgelder fliessen in Programme, welche in sogenannten Entwicklungsländern die Geburtenregelung einführen und das Recht auf Abtreibung durchsetzen sollen. Kooperieren Staaten nicht, wird ihnen teilweise mit der Streichung von Entwicklungshilfe gedroht.

Nichts aus der Geschichte gelernt? In China und Indien „blüht“ der Menschenhandel. Aufgrund der Ein-Kind-Politik und der willkürlichen Tötung von Mädchen vor oder nach der Geburt herrscht ein akuter Frauenmangel – was dazu führt, dass Frauen zu horrenden Preisen in den Nachbarländern „eingekauft“ und an den Meistbietenden verheiratet werden. Wurde die Abtreibung von Mädchen während Jahren banalisiert und propagiert, wird sie in manchen asiatischen Staaten heute geächtet und teilweise bestraft, weil diese „Frauen-Nachschub“ brauchen, um zu überleben.

„Aussortiert – Asiens unerwünschte Töchter“ ist kein Pro-Life-Film im eigentlichen Sinn, aber ein wertvoller Beitrag zu einer Diskussion, die dringend geführt werden muss.

Ansehen der Sendung unter: https://www.srf.ch/play/tv/dok/video/aussortiert---asiens-unerwuenschte-toechter?id=039e9101-d18d-46d3-a565-854f36550ee3&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7