07.02.2019

„Ich weine um diese Kinder, ich weine um diese Frauen“

Der US-Bundesstaat New York hat laut Medienberichten am 22. Januar 2019 die Abtreibung bis direkt zur Geburt legalisiert. Bisher war Abtreibung in New York „nur“ bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt, es sei denn, die Mutter war in Lebensgefahr. Nun hat der Senat mit 38:24 Stimmen dem sogenannten „Reproductive Health Act“ zugestimmt, der Abtreibung unter bestimmten Umständen sogar bis vor der Geburt für zulässig erklärt. Wenn die "Gesundheit" der Mutter gefährdet oder das Kind als nicht lebensfähig gilt, darf dieses auch im 9. Monat der Schwangerschaft getötet werden. Das Gesetz lässt dabei offen, was mit „gefährdeter Gesundheit“ genau gemeint ist.

Gouverneur Andrew Cuomo, der durch seine Unterschrift das Gestz in Kraft setzte, sprach von einem „historischen Sieg für die New Yorker und für unsere progressiven Werte“. Auch hatte er angeordnet, dass das World Trade Center als Ausdruck der Freude in pink angestrahlt wird. Der Gouverneur, der sich als „katholisch“ bezeichnet, gilt gleichzeitig als Gegner der Todesstrafe. Ein konsequentes Bekenntnis zum Leben sieht allerdings anders aus.

Doch mangelt es nicht an scharfer Kritik am neuen Gesetz. Hollywoodschauspieler Robert David (bekannt durch seine Rolle als Gegenspieler zu 007 Timothy Dalton in „Lizenz zum Töten“), zeigte sich auf Twitter bestürzt: „Ich kann euch gar nicht mitteilen, wie beunruhigt ich über diese Nachricht bin. Ich verstehe nicht, was mit diesem Land passiert. Ich weine um diese Kinder, ich weine um diese Frauen. Glaubst du wirklich, dass man ein Kind aus dem Mutterleib im 9. Monat herausreissen kann und das ok ist?“

New York gehörte auch ohne diese Liberalisierung bereits zu den Bundesstaaten mit den meisten Abtreibungen in den USA. 2016 wurden dort 82’189 ungeborene Kinder getötet.