17.01.2019

Junge Amerikaner mehrheitlich für Einschränkung der Abtreibung

Hunderttausende von US-Bürgern werden morgen am March for Life in Washington für das Recht auf Leben der Ungeborenen demonstrieren. Speziell hoffnungsvoll stimmt dabei der Einstellungswandel, der sich bei US-Jugendlichen im Laufe der letzten Jahre vollzogen hat.

Gemäss Massenmedien sollen jüngere Generationen progressiver sein als die älteren. Das mag für den technischen Bereich gelten, aber offenbar nicht für das Thema 'Recht auf Leben'.

Neue Studien unter jungen Menschen zeigen, daß viele eine Sehnsucht haben nach der natürlichen Ordnung, nach Ehe und Familie, haltgebenden sozialen Strukturen und klaren, soliden Werten. Daran können weder Modebegriffe der Postmoderne noch Eheverweigerung, Massenscheidungen, dysfunktionale Familien oder eine atomisierte Gesellschaft etwas ändern.

Einmal mehr zeigt sich, dass Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen. Offenbar wird die natürliche Ordnung von jungen Menschen wieder deutlicher erkannt. Das gilt auch für den Bereich des Lebensrechts. Trotz Jahrzehnten der Massenabtreibung ist der grundsätzliche Wunsch nach Kindern ungebrochen, ebenso die Ablehnung der Abtreibung. Dies zeigt eine neue Meinungsumfrage unter jungen Amerikanern, die im Hinblick auf den March for Life am 18. Januar 2019 in Washington D.C. veröffentlicht wurde.

Das Meinungsforschungsinstitut Polling Company befragte in den USA junge Erwachsene im Alter von 18 bis 34 Jahren. Das wichtigste Ergebnis gleich zu Beginn: Die meisten dieser sogenannten Millennials, wie sie genannt wurden, sprechen sich für eine Verschärfung der Abtreibungsgesetzgebung aus.

42 Prozent der Befragten sprechen sich grundsätzlich gegen Abtreibung aus. Weitere 28 Prozent wünschen eine Einschränkung der geltenden Abtreibung z.B. durch eine gesetzliche Verankerung, daß Minderjährige nur mit Einwilligung der Eltern abtreiben dürfen, und daß die staatliche Finanzierung von Abtreibung und Abtreibungsorganisationen verboten wird.

Das bedeutet, daß 70 Prozent der jungen Amerikaner mit der derzeitigen Abtreibungsgesetzgebung unzufrieden sind und für zu locker und zu liberal halten.

Die Umfrage zeigt zugleich einen tiefen Abgrund zwischen den Parteien und der Gesellschaft. Die Position der Demokratischen Partei, Abtreibung sei grundsätzlich und für die gesamte Dauer der Schwangerschaft zu erlauben, wird nur von 7 Prozent der Befragten geteilt.

Auch zur Abtreibungspille haben die jungen Amerikaner klare Vorstellungen. 56 Prozent lehnen es ab, daß sie Online oder ohne vorherige ärztliche Untersuchung verkauft werden darf.

Die Umfrage zeigt, daß die junge Generation der US-Wähler die Forderung der republikanischen Abgeordneten unterstützt, die in diesen Tagen Gesetzesinitiativen im Repräsentantenhaus und im Senat eingebracht haben, um Abtreibungsorganisationen wie Planned Parenthood von der staatlichen Finanzierung auszuschließen. Die große Mehrheit der jungen Amerikaner kann nicht verstehen, wie eine Abtreibungsorganisation mit Steuergeldern finanziert werden kann.

56 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, daß das Wahlvolk ein Recht haben müsse, über Abtreibungsgesetze abstimmen zu können. Nur 16 Prozent unterstützten es, daß der Oberste Gerichtshof dieses Recht eingeschränkt hatte.

Der Oberste Gerichtshof hatte 1973 mit dem Urteil Roe gegen Wade die Abtreibung in den USA legalisiert, obwohl es kein entsprechendes Gesetz dazu gibt. Indem die Höchstrichter der USA die Abtreibung als Recht bezeichneten, kann keiner der 50 Staaten der USA die Abtreibung mit eigenen Gesetzen einschränken oder untersagen... auch dann nicht wenn sich die Mehrheit des Wahlvolkes eines Bundesstaates für eine Abschaffung der Abtreibung aussprechen würde.

Die Mehrheit der jungen Amerikaner wünschen sich also offenbar eine gesetzliche Verankerung des Lebensrechts und eine Abschaffung des Tötungsrechts!

Quelle: Giuseppe Nardi, Katholisches.info