13.06.2018

Psychische Folgen der Abtreibung

Frauen, die Abtreibungen hinter sich haben, leiden unter zahlreichen Folgen – eine Tatsache, die eigentlich nicht überrascht, aber viel zu wenig thematisiert wird. Verschiedene Studien und unzählige Erfahrungen ärztlicher Fachpersonen bestätigen, dass Abtreibung das Auftreten psychischer Probleme erhöht. Weiterhin zeigt sich, dass Frauen die Geburt einer ungeplanten Schwangerschaft besser verkraften als eine Abtreibung. So die Ergebnisse der umfassendsten Meta-Studie aus den letzten Jahren zum Thema Post Abortion.

Bei Frauen, die Abtreibungen hinter sich haben, ist die Wahrscheinlichkeit um 81 Prozent erhöht, in der Folge an psychischen Problemen zu leiden. Dies zeigt die grösste Meta-Studie zum Thema Post Abortion, publiziert 2011 durch das Britain’s Royal College of Psychiatrists. Die grösste Erhöhung wurde in Bezug auf Suizid-Verhalten und Drogenmissbrauch festgestellt.

Die Meta-Analyse untersucht und kombiniert die Ergebnisse von 22 zwischen 1995 und 2009 veröffentlichten Studien und umfasst Daten von 877’181 Frauen aus sechs Ländern. Alle 22 untersuchten Studien zeigen höhere Raten von psychischen Problemen im Zusammenhang mit Abtreibung für mindestens ein Symptom, und viele für mehr als ein Symptom. Frauen mit einer Abtreibung in der Vorgeschichte weisen eine höhere Rate für Angststörungen (34 Prozent höher), Depression (37 Prozent höher), f schweren Alkoholmissbrauch (110 Prozent höher), Marihuana-Konsum (230 Prozent höher) und suizidales Verhalten (155 Prozent höher) auf.

Weiterhin ergab die Studie, dass Frauen, die eine ungeplante Schwangerschaft erlebten, deutlich seltener psychische Probleme aufweisen als ähnliche Frauen, die ungeplante Schwangerschaften abbrachen. Frauen, die eine Abtreibung hinter sich hatten, entwickeln mit 55-prozentiger Wahrscheinlichkeit eher psychische Probleme als Frauen, welche die ungeplante Schwangerschaft nicht abbrachen.

Die Meta-Analyse wurde von Dr. Priscilla Coleman, einer Forschungspsychologin der Bowling Green State University in Ohio, durchgeführt. Coleman weist die meisten Veröffentlichungen zum Zusammenhang zwischen Abtreibung und psychischer Gesundheit auf. Eine statistische Schätzung des Gesamtrisikos der Bevölkerung ergab, dass bis zu 10 Prozent der psychischen Gesundheitsprobleme bei Frauen auf Abtreibung zurückzuführen sind.

Laut Dr. David Reardon, der selber mehr als ein Dutzend Studien über die Auswirkungen von Abtreibungen auf Frauen veröffentlicht hat und Direktor des Elliot-Instituts (Springfield) ist, war die Veröffentlichung dieser quantitativen Meta-Analyse mehr als überfällig: „Dies ist der erste objektive Vergleich aller wichtigen Studien“, so Reardon. „Die Tabellen zeigen, dass, wenn man die Ergebnisse all dieser verschiedenen Studien auf standardisierte Weise nebeneinander stellt, eine bemerkenswerte Konsistenz in der Entwicklung der Ergebnisse besteht. Trotz der Unterschiede im Studiendesign, die unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen, weisen alle Studien konsequent in die gleiche Richtung“. 

Die ganze Studie ist online abrufbar unter:
https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/E8D556AAE1C1D2F0F8B060B28BEE6C3D/S0007125000256353a.pdf/abortion_and_mental_health_quantitative_synthesis_and_analysis_of_research_published_19952009.pdf

Ein Video, welches die Studie erklärt und zusammenfasst (auf Englisch), findet sich hier: https://youtu.be/QyVRC34vfyw