17.11.2018

SRF: Diskussion ja – aber bitte einseitig!

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) scheut sich offensichtlich, mit offenem Visier über das Thema Abtreibung zu diskutieren. Dass SRF zu einer Diskussion zum Thema Abtreibung keinen Abtreibungsgegner aufs Podium holt, darüber kann nur der Kopf geschüttelt werden. Mit dem Informationsauftrag, den SRF zu erfüllen hat und ausgewogener Berichterstattung hat dies rein gar nichts mehr zu tun. So geschehen in der Sternstunde vom 11. November 2018, als eine reformierte Theologin, eine Jüdin und ein Freidenker über das Töten der Ungeborenen im Mutterleib diskutierten. Die Redaktion habe keine Abtreibungsgegner einladen wollen, weil diese zu radikal und zu wenig differenziert seien. Bei radikalen Freidenkern und anderen hat man diese Befürchtungen scheinbar weniger.

Eine der wenigen profilierten kirchlichen Stimmen, die sich in der Deutschschweiz noch mutig-angriffig zu brisanten Themen äussern, ist jene des Mediensprechers des Bistums Chur, Giuseppe Gracia. Am 12. November kritisierte Gracia die Sternstunde-Redaktion in einer Blick-Kolumne mit gewohnt spitziger Feder. Die Redaktion "solle doch künftig überhaupt alle polarisierenden Gedanken von wehrlosen Zuschauern fernhalten". Gracias Text findet sich auf https://www.blick.ch/meinung/weltanschauung-mit-giuseppe-gracia-abtreibung-als-auftragsmord-id15012651.html. Wer sich noch ausführlicher mit der Gedankenwelt Gracias und seiner Kritik am Zeitgeist befassen möchte, möge sein unlängst erschienenes Buch „Das therapeutische Kalifat“ lesen (2018, fontis Verlag Basel https://www.fontis-verlag.com/Autor/guiseppe-gracia/). Noch viel deutlicher als in seiner Schelte der Sternstunde-Redaktion kritisiert Gracia in seinem Buch die „intellektuelle Infantilisierung des öffentlichen Raums“. 

Das OK Marsch fürs Läbe dankt Giuseppe Gracia für sein Engagement zu GUnsten einer fairen öffentlichen Diskussion, mitunter des Themas ‚Abtreibung‘. Es ist höchste Zeit, dass auch Lebensbefürworter ihre Meinung auf den Podien des Zeitgeistes kundtun dürfen.